Is open the new organic?

I can’t believe that it is June already, this year has been quite hectic on my end. I started a new job at Wikimedia Deutschland, where I am part of an awesome team of people who work to open education, science and culture and make them more accessible to more people in society. Especially in the realm of education, teaching and learning, we are thinking about the role ‘open’ plays in enabling participation and representation on the web and in society in general. We’re also thinking a lot about the role digital literacy plays in this context but that’s too much for just one blog post.

I keep on coming back to one thought, which originally emerged in a conversation I had with Jim Groom during this year’s re:publica conference. We took some time to hang out over coffee and, given that we both like to talk, it was hard to find an end. As Jim writes, a true highlight of the conference. We also got to do Virtually Connecting session, which I enjoyed very much.

Anyways, here’s the thought and it probably is not that original: ‘open’ is the new ‘organic’! Continue reading →

Lost Wisdom – warum früher mehr Web war #rp18

tl;dr: Gemeinsam mit Markus Deimann durfte ich bei der #rp18 in Berlin sprechen. Hier nun das Video und das Manuskript meines Anteils am Gesamtwerk.

Markus hat den Talk eingeleitet und anhand einiger Beispiele das Konzept der normativen Paradoxie eingeführt. Ich glaube, dass mein Part grundsätzlich auch ohne die Lektüre von Markus’ Teil verständlich ist, empfehle aber natürlich in jedem Fall auch bei Markus nachzulesen. Hier der Link zu unserem gesamtem Talk.

Das LMS

Ich möchte nun das Bild der normativen Paradoxie nehmen und es auf das übertragen, was wir heute im Feld der Bildungstechnologien vorfinden. Und letztendlich führt der Weg von jemandem, der sich mit Bildungstechnologie beschäftigt, nicht am Learning Management System (LMS) vorbei. Das LMS ist heute nichts Neues mehr, es hat inzwischen etwa 20 Jahre hinter sich und es wurde zu einem Zeitpunkt eingeführt, als es die dahinter liegenden Technologien schon gab. Foren, Messaging, Profile oder Dateibereitstellung gab es bereits, das LMS hat all das gebündelt, mit Rechtemanagement versehen und so haben die Macher und Communities hinter dem LMS versucht, Lehren und Lernen online zu ermöglichen. Dabei war das LMS irgendwie immer nur „good enough”. Keine einzelne Funktionalität hat wirklich gut funktioniert, sah besonders gut aus oder war besonders intuitiv zu bedienen, aber es hat ausgereicht Bildungsinstitutionen und die dortigen Entscheidenden zufriedenzustellen.

Das Ziel des LMS war es also, möglichst vielen Menschen und Institutionen zu ermöglichen, dass online gelehrt und gelernt wird und das ist ja auch heute noch einer der zentralen Claims jedes LMS Providers.

Wenn man sich heute jedoch anschaut, was das LMS ist, dann lässt sich das am einfachsten in Form eines Containers oder eines Aquariums beschreiben. Man hat ein System gebaut, das nicht nur die Möglichkeiten der online Lehre bündelt, sondern man hat auch ein System gebaut, das – ganz im Sinne der Teaching Machines – Kontrolle ausübt, in dem Learning MANAGEMENT (und damit eigentlich: Teaching MANAGEMENT) betrieben wird und nicht im Sinne des ursprünglichen Claims Lernen fördert oder ermöglicht. Dies als erstes Beispiel aus der heutigen Welt der Bildungstechnologie, um das Bild der normativen Paradoxie zu verdeutlichen.

Der MOOC

Das zweite Beispiel, das ich hier einbringen möchte, ist der Massive Open Online Course, oder kurz: MOOC. Gemeint ist in diesem Talk der xMOOC, also das Modell der Massen-Distribution von Materialien an eine große Menge von Menschen, die über den Login in eine Plattform gratis zu diesen Materialien Zugang erhalten. Das (Marketing)-Versprechen der xMOOCs war es, Zugang zu Hochschulbildung im Allgemeinen zu demokratisieren, Zugänge zu schaffen wo vorher keine waren. Kurse sollten so geöffnet werden, dass sie für eine breite Öffentlichkeit („all you need is a browser on a device with Internet access”) zugänglich wurden. So wurden Kurse geschaffe, in denen sich mal „nur” 1.000 Nutzer, mal mehr als 200.000 Nutzer registriert hatten. Das Marketing-Versprechen, das bis zu einem gewissen Grad mit Sicherheit auch dem festen Glauben der Macher entsprach, war es also, Wissen aus dem Elfenbeinturm der geschlossenen Hochschulveranstaltung zu befreien und es der breiten Masse an Menschen zugänglich zu machen und zu demokratisieren. Dies sei nur vor dem Hintergrund des Konzepts der normativen Paradoxie an dieser Stelle erwähnt.

Interessant dabei ist aber auch hier, dass sich das bis zu einem gewissen Grad umgekehrt hat, dass MOOCs nicht einfach durch Öffnung – über verschiedenen Dimensionen der Öffnung zu sprechen, würde hier zu weit führen – Zugang zu Wissen demokratisieren. Das ist vermutlich keine große Überraschung für diejenigen, die sich schon vor der Verbreitung von MOOCs mit Online Zugängen zu Hochschulkursen beschäftigt haben. Die relativ ent-didaktisierte Art und Weise, in der sich ein xMOOC präsentiert – mit Videos, Multiple Choice, Foren, ohne viel Anleitung, meist ohne tutoring oder mentoring – funktioniert vor Allem für diejenigen gut, die schon relativ genau wissen, wie sie sich selbstständig Inhalte aneignen, und zwar so aneignen, dass sie auch in einer Abfragesituation in der Lage sind, diese Inhalte wiederzugeben. Das sind also diejenigen, die schon im Bildungssystem „angekommen” sind, die einen Schulabschluss oder auch einen Hochschulabschluss haben, die vielleicht derzeit ohnehin schon in einer Schule oder Hochschule angemeldet oder eingeschrieben sind. Die normative Paradoxie besteht hier also darin, dass die ursprüngliche Intention die war, Zugänge zu schaffen und zu demokratisieren, während die geschaffenen Angebote – und Ausnahmen sind hier mit Sicherheit zu finden – in erste Linie denen dienten, die bereits Zugänge hatten, wodurch eigentlich bestehende Ungleichheiten nur verstetigt und nicht aufgebrochen wurden.

Personalized Learning

Das dritte Beispiel ist eins, bei dem ich mich ein wenig kürzer fassen werde. Das liegt daran, und das haben wir auch im Verlauf der re:publica festgestellt, Begriffe noch nicht ganz trennscharf benutzt werden. Ich habe deswegen auf der Folie drei Begriffe festgehalten, die mein Beispiel am ehesten umschreiben: Artificial Intelligence (AI), Personalized Learning und Big Data. Insbesondere im Bildungskontext hängen diese Begriffe meist in irgendeiner Form zusammen und mit Personalized Learning wird meist ein Prozess beschrieben, der sich sowohl Logiken aus dem Feld Big Data als auch aus dem Feld der AI bedient. Das Versprechen personalisierten Lernens, das eigentlich trefflicher mit personalisierter Zuweisung von Inhalt und Instruktion beschrieben werden kann, ist, dass es möglich wird individuell auf einzelne Bedürfnisse und Bedarfe Rücksicht zu nehmen und so individuelle Lernpfade zu unterstützen. Es werden dafür meist viele Daten über Lernende und erhoben, diese Daten werden auf bestimmte Abhängigkeiten von Erfolgen und Misserfolgen von Lernenden überprüft und darauf basierend kann wiederum der Zugang zu Bildungsinhalten personalisiert auf bestimmte individuelle Voraussetzungen zugeschnitten werden. Das Versprechen ist es, einzelnen Menschen einen persönlich auf sie zugeschnittenen Zugang zu Inhalten zu ermöglichen. Anstatt pauschal allen zur gleichen Zeit die gleichen Inhalte und Aufgaben zuzuweisen, sollen individuelle Lernpfade kreiert werden. Klingt zunächst auch logisch und irgendwie charmant.

Die Umkehr dieser Logik ist aber auch bereits zu erkennen. Denn was sich mit diesem System der Datenerhebung und Datenanalyse ebenso erreichen lässt, zeigen bereits jetzt vereinzelte Beispiele aus US Colleges. Diejenigen, die in diesem System zu Beginn ihres Studiums als „schwach” identifiziert und gemessen werden, diejenigen, die z.B. den Mathe-Grundkurs oder andere Grundlagenfächer nicht zu Beginn mit Bravour bestehen, werden als mögliche Studien-Abbrecher identifiziert. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sie das Studium nicht in Regelstudienzeit beenden, hat sich durch ihr unterdurchschnittliches Abschneiden erhöht. Nun führt die Identifikation dieser schwachen Lernenden aber nicht immer zu einer intensiveren Förderung oder zu Angeboten mit individueller Betreuung und Hilfestellung, sondern sie führt ebenso dazu, dass diese Studierenden systematisch bereits zu Beginn ihres Studium aussortiert und zum vorzeitigen Abbruch des Studiums ermutigt werden. Dies dient dann der Reduktion von Abbruchquoten, hinter der oft auch ein wirtschaftliches Interesse steht. Oder das ursprüngliche Versprechen, den schwachen Lernenden helfen zu wollen, wird umgedreht indem behauptet wird, man können ja durch das Aussortieren der Schwachen nun den Starken besser entgegenkommen, da Ressourcen ja nun früher besser auf die überdurchschnittlichen Lernenden gerichtet werden können. Dies geschieht selten öffentlich, sondern meist in geschlossenen Sitzungen und wird uns nur durch „leaks” bekannt. Zurückkommend auf das Bild der normativen Paradoxie hier also das perfide Bild, einerseits den schwachen Lernenden besser helfen zu wollen, andererseits aber genau diesen Menschen früher den Zugang zu Bildung und Bildungseinrichtungen verwehren zu können, teils bereits vor Studienbeginn.

Reinventing Learning

An dieser Stelle möchte ich, losgelöst von dem Konzept der normativen Paradoxie, einen Appell loswerden. Wann immer jemand sagt, er oder sie wolle Lernen mit Technologie neu erfinden, müssen wir das kritisch hinterfragen. Das heißt nicht, dass ich der Meinung sei wir würden für Lernen und Lehren keine Technologien benötigen, im Gegenteil. Aber wir müssen uns mehr Gedanken dazu machen, wie, wann und mit welcher vielleicht auch zunächst verborgenen Intention Bildungstechnologie zum Einsatz kommt, welche Narrative von Bildung und Technologie dahinterstehen. Wenn jemand so etwas persönliches wie Lernen revolutionieren möchte, indem er oder sie Menschen mit einem Tool bewirft, ist da meist wenig dran.

Was wir fördern und was wir fordern

Das nächste, was bei mir persönlich hängen bleibt, hat sich auch im Verlauf der re:publica verstärkt gezeigt. In ihrer Keynote hat danah boyd verschiedene Formen von Digital Literacy angesprochen, auch Media Literacy hat sie kritisch begutachtet – auch vor dem Hintergrund, dass Methoden diese Literacies zu fördern oft voraussetzen, dass jede Information immer kritisch hinterfragt werden soll. Dies mündet dann für Manche in einem Misstrauen gegenüber jeder Art von Information, sobald man die „rote Pille” einmal eingeworfen hat.

Kurze Notiz abseits des Talks: die Keynote von danah boyd kann ich allen empfehlen, die sie noch nicht gesehen haben. Hier ist der Link. Ich möchte in dem Kontext aber auch auf die Analysen und Arbeiten hinweisen, die sich mit danah boyd’s teils etwas verkürzter Analyse von Literacies kritisch auseinandergesetzt haben, vor allem in Replik zu ihrem Talk bei der SWSW, aber auch zu einem anderen ihrer Beiträge: Benjamin Doxtdator, Maha Bali, Renee Hobbs.

Außerdem haben wir ein paar Minuten der Virtually Connecting Session mit Jim Groom auch auf die Diskussion ihrer Keynote verwendet. Auch dazu kommt hoffentlich bald noch ein Blog Beitrag an dieser Stelle.

An dieser Stelle ein kleines Experiment in Form eines kurzen Statements für die Leserinnen und Leser hier, aber auch die Menschen im Raum bei der re:publica: Bildung und Bildungssysteme sollten zum Ziel haben, Menschen dabei zu unterstützen sich souverän und mündig im Netz zu bewegen. [Im Raum erntete ich auf das Statement überwiegende, aber dann doch nur vereinzelte Zustimmung und ich schiebe das in seiner Konsequenz in großen Teilen auf die Tatsache, dass unser Talk am letzten Tag einer dreitägigen Konferenz nachmittags stattfand.]

Interessant an diesem Statement ist, dass die Dinge, über die ich gerade gesprochen habe (das LMS, MOOCs, Personalized Learning) diesen souveränen und mündigen Umgang im und mit dem Netz überhaupt nicht fördern. Hier scheint (im besten Fall) nur ein Missverständnis vorzuliegen, wenn die Dinge die wir fördern nicht denen, die wir fordern, entsprechen.

Virtualisierung und Digitalisierung

Mein Schlusspunkt in diesem Talk soll nun aber ein anderer sein: bisher haben wir über einige Beispiele gesprochen, in denen es augenscheinlich um die Digitalisierung des Bildungssystems und des Zugangs zu Bildung geht. Aus meiner Sicht handelt es sich bei diesen Beispielen aber meist um eine Virtualisierung, und nicht um Digitalisierung. Learning Management Systeme, aber auch MOOCs, verstetigen das, was uns schon aus dem Bildungssystem bekannt ist. Sie bilden das, was wir aus der „analogen Welt” kennen, in einer „digitalen Welt” ab. Damit erfinden sie es nicht neu, sie nutzen das Digitale nur als Projektionsfläche. Technologie kann hier zwar den einen oder anderen Effekt vielleicht verstärken (Lernende können womöglich in einem LMS leichter auf ihre Leistungen, ihre Verweildauer, ihre Lernkurven und Quoten hin besser überprüft werden), aber wirklich neu ist das eigentlich nicht. Auch Personalized Learning ist zunächst nur der Versuch, etwas digital, maschinisiert oder automatisiert zu tun, das im Idealfall auch eine Lehrerin, Eltern oder ein Pädagoge „analog” tun könnten: das Finden von Stärken und Schwächen mit dem Ziel, sie zu fördern oder ihnen entgegenzuwirken.

Indem wir als Gesellschaft nun die Dinge, Logiken und Prozesse, die wir bisher genutzt haben, durch Investitionen verstetigen, manifestieren wir damit auch den jetzigen Stand des Bildungssystems, einhergehend mit einer womöglichen Verstärkung seiner Effekte durch Technologie. Digitalisierung eines Bildungssystems würde etwas anderes bedeuten. Wenn wir digitalisieren würden, würden wir neu über Kräfte- und Machtverhältnisse in der Gesellschaft nachdenken, wir würden neu über Arbeit, Meinungsbildung, Kollaboration und Kommunikation, wahr und falsch, auf gesellschaftlicher Ebene nachdenken und wir würden auch darüber nachdenken wie ein Bildungssystem auf Basis dieser neuer Gegebenheiten und Möglichkeiten aussehen müsste. Das wäre Digitalisierung im Gegensatz zu der Virtualisierung, die wir in großen Teilen bisher betrieben haben.

Bilder in Teilen via unsplash.com

CPT+10 auf deutsch – live dabei sein ohne in Berlin zu sein

Im letzten Jahr feierte die Cape Town Declaration ihren 10. Geburtstag. Mark Surman und Philipp Schmidt zogen ein durchwachsenes Fazit. In den letzten 10 Jahren sei viel erreicht worden, aber bei Weitem nicht so viel wie man sich damals gewünscht habe. Zum zehnjährigen Jubiläum kam in Kapstadt dann eine Gruppe von “Open Education Aktivisten” zusammen um einerseits bereits erreichte Fortschritte zu reflektieren, andererseits aber auch eine Richtung für die nächsten zehn Jahre auszuarbeiten. Das Ergebnisdokument, die CPT+10, enthält passender Weise zehn Empfehlungen / Handlungsfelder / Richtungen, in die Open Education weiterentwickelt werden kann. Hier ein Link zur Web-Darstellung, hier ein Link zum PDF.

Deutsche Übersetzung der CPT+10

Zu Beginn der Open Education Week am 5. März präsentiert Jöran nun seine deutsche Übersetzung in Berlin. Die vom 5.-6. März in Berlin stattfindende eQualification Tagung ermöglicht es, dass viele aus der deutschsprachigen Open Education Szene vor Ort sein werden um die deutsche Übersetzung gemeinsam in einem “Mini Sprint” zu erweitern. So wie ich die Idee bisher verstanden habe, wird es darum gehen, die CPT+10 auf den deutschsprachigen Kontext zu prüfen, zu erweitern und die zehn Handlungsfelder mit entsprechenden Empfehlungen und Ideen anzureichern.

Virtuelle Beteiligung

Nun ist vor Ort aber nicht sonderlich viel Platz, WLAN scheint wohl auch nicht gegeben zu sein. Ebenso wird nur ein Teil derjenigen, die an einer Erweiterung der CPT+10 Interesse haben könnten, in Berlin sein. Grund genug also, über eine Art der virtuellen Beteiligung nachzudenken. Hier nun also die Idee für alle Menschen, die sich gern beteiligen würden, es aber nicht in Person an dem Abend in der Bar Babette in Berlin tun können:

Ich werde vor Ort sein und zu einer YouTube Live Session einladen. Hier können insgesamt maximal 10 Menschen teilnehmen (mich eingeschlossen). Los geht es am Abend des 05. März gegen 19:30 Uhr (±15 Minuten, genaue Zeit ist noch zu klären und kann spontan abweichen).

Unserer “virtuellen Splittergruppe CPT+10” bietet sich so die Chance, live zu diskutieren, Fragen in die Runde vor Ort zu spielen und vielleicht auch Fragen aus der Runde aufzunehmen. Unsere Unterhaltung wird live via YouTube übertragen, ich werde sie in diesem Blog Post einbetten. So haben auch diejenigen eine Chance das Geschehen zu verfolgen, die vielleicht nicht unbedingt live bei YouTube sichtbar sein möchten oder zeitlich verhindert sind, aber später darauf zurückkommen möchten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort werden gemeinsam in einem Etherpad arbeiten und dort ihre Ergebnisse und Ideen dokumentieren – hier steht einer Teilnahme aus dem Netz also nichts im Wege.

Die Idee einer virtuellen Beteiligung entstand nachdem Jöran sich bei Martina Emke und mir meldete, ob das vor dem Hintergrund unserer Virtually Connecting Aktivitäten für uns interessant sei.

Was muss ich tun wenn ich Interesse habe, virtuell teilzunehmen?

Wichtig wäre mir nun, etwas mehr als eine Woche im Voraus, zu erfahren ob daran überhaupt jemand Interesse hat. Interessierte hinterlassen am besten einen Kommentar hier im Blog, ich melde mich circa 2-3 Tage vorab per email mit allen weiteren Details. Danach ist nicht mehr viel zu tun: online sein, mitreden, mitschreiben und dokumentieren.

Update: Hier nun auch das YouTube Event eingebettet

Titelbild von Charlie Marusiak via unsplash

Netzneutralität, Bildungscloud, Uploadfilter – hängt das zusammen?

Ich habe ein paar mehr oder weniger gut sortierte Fragen und Gedankenspiele in Bezug auf Bildungscloud, Uploadfilter und Netzneutralität aufgeschrieben. Hinweise zur Klärung würden mich sehr freuen.

Wer sich ein wenig für Netzpolitik interessiert, wird in den letzten Monaten und insbesondere in den letzten Wochen kaum an zwei Themen vorbeigekommen sein: Netzneutralität und Uploadfilter. Und wer sich für den Einsatz digitaler Technologie im Bildungssystem interessiert, wird zumindest im Ansatz etwas von den Plänen und Versuchen einer Schulcloud, einer Bildungscloud oder auch einer nationalen Plattform für die Hochschullehre gehört haben.

Nun mag es an mir liegen, aber ich habe es bisher nicht mitbekommen, dass diese Themen in einer Diskussion mit diesem Fokus verknüpft worden wären. Dies mag seine Ursache darin haben, dass Bildungspolitik im Wahlkampf zur Bundestagswahl praktisch keine Rolle gespielt hat und erst danach von allen an den diversen Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien als Themenfeld erkannt wurde. Es mag auch sein, dass die meisten lieber über die plumpen “Digital first, Bedenken second” Slogans diskutierten anstatt selbst Schwerpunkte in der Netzpolitik zu setzen.

Wie dem auch sei – mir stellen sich ein paar Fragen, vielleicht sollte ich aber erst den Versuch einer Begriffsklärung und der aktuellen Einordnung unternehmen. Hier bin ich um jeden klärenden Hinweis dankbar, merke aber auch direkt an, dass ich hier “auf Sicht fahre” und dass, wenn sich jemand wirklich mit diesen Themen befassen möchte, er oder sie doch besser selbst auf Quellensuche jenseits dieses Beitrags gehen möge um sich ein Bild zu machen.  Continue reading →

What I have been up to in 2017

Writing a year-in-review blog post has not been ‘my thing’ so far but the end of this year does put an end to the job I have had for quite some time, so looking back seems like a good thing to do. Here’s a quick summary of what I have been up to in 2017:

Podcasting

I started recording the podcast “Feierabendbier Open Education” with Markus Deimann in 2016 and I came to enjoy this quite a bit. We record unprepared conversations about readings and developments in the world of education, technology and anything related. Over the year, it always struck me when someone at a conference or in a meeting would mention that they listen to our ramblings, that they felt that they were missing something when we could not record a new episode for a couple of weeks (on average, we have a new episode every two weeks or so). All in all, a lot of time goes into this, but it helps me clarify my positions, it helps me as a non-tech person to learn some new things and it connects me to others in interesting ways.

Over the year, we have published 27 episodes. An average episode lasts about 1 hour and 44 minutes. So, if you are new to this, there’s close to 50 hours of conversations between two German guys for you just from 2017.

If you are looking for more meaningful and prepared conversations in English, I was honored to be invited by Bonni Stachowiak to record two episodes for her podcast Teaching in Higher Ed. People like Gardner Campbell, Cathy O’Neil, Maha Bali, Chris Gilliard, Cathy Davidson, Kris Shaffer, Catherine Cronin, Clint Smith, Bryan Alexander and many other brilliant minds had been on this podcast so imagine my surprise when Bonni asked me. We recorded two episodes that you can listen to here and here. And please do me (and, more importantly, yourself) a favor and subscribe to her podcast.

Virtually Connecting

Another thing that I try and spend some free time on is Virtually Connecting. It’s hard to pick a conversation that stood out for me this year but it certainly was special to organize a first round of German-speaking conversations this year and the German community seems to have developed a taste for this. The sessions at #OER17 and the Missed Conversation (I will always remember it as the one where I managed to set YouTube to only show me during the whole recording…) we had after the TowardsOpenness workshop also seemed quite special for various reasons. Introducing VConnecting to the German community included writing about it for Synergie, an open access magazine by folks at the University of Hamburg. I make this claim like a broken record, but VConnecting enhances my conference experience on-site and online in many ways and I am glad to be a part of this community.

TowardsOpenness

In 2017, Towards Openness has become another side project of mine that I would not want to miss anymore. We facilitated two workshops, one at #OER17 and one at #OEB17 at two very different events. We had some very interesting provocations around the workshop themes and it is great to see how this sticks with people and follows them in their work. It felt weird and self-centered to do a 2017 year roundup conversation at first, but I have to say that this was one of the most energizing online conversations I was a part of this year. This would not be what it is without the people who recorded provocations, co-facilitated workshops, participated in them and blogged about them. A huge thank you for that!

Consulting

Starting this year, my ‘regular’ job at Leuphana University was reduced to a 50 percent position, so I had more time for other things. It was a great coincidence that, with the start of the year, the opportunity came up to work on a project with Vodafone Germany. I wrote about this in an earlier post (or at least I tried and got distracted along the way). I think we have built something of value and the feedback from participants reconfirmed what we noticed along the way: everyone involved in this project saw something special in it for themselves, felt attached to it and they want it to go on in some way. I hope we have a chance to widen participation a little bit over the next year.

Leuphana University

This was my last year at Leuphana University. I helped get Leuphana Digital School off the ground in 2012 and have been involved there ever since. Over the past years, we worked on connected learning experiences, collaborative, peer-evaluated and project-based learning in different online formats. In 2016, we worked with university leadership to develop a strategy for the university and its use of technology in teaching in learning. We made plans on how to involve faculty, staff and students. We came up with a strategy that allowed a small provincial low-budget university to both try new things and experiment as well as to integrate technology in its pedagogy and teaching where it seemed useful. We had plans for research and dissemination and we were ready to start first projects when our university leadership killed the whole idea only to start the strategy-findng-process all over again at the end of this year. I still have no idea what the reasons for all of this were but it made me reconsider my involvement there and, looking back now, I am glad that I did. Dec 29 was my last work day at Leuphana. Next up: Wikimedia.

Wikimedia

Starting next year, I will be joining Wikimedia Germany as “Education and Science Advisor”. I wrote about this in a short German post. I glad that this worked out the way it has. Wikimedia has its offices in Berlin which means I will be travelling quite a bit over the next weeks and months. But, more importantly, I get to work with a great team on things I am interested in. More on this once I am settled in.  As an exemplary employee, I am kicking things off there with a two week vacation so my first actual workday will be on Jan 15. This new job will still leave about two days per week free for other work and projects, so I hope I can continue consulting, podcasting, TowardsOpenness, VConnecting and many other things. But my primary focus will be on Wikimedia for the next months.

This year had lots of challenges for me, both professionally and in my private life. Looking back now, it seems like it all fell into place. I grew some more grey hair. I lost a very good friend. I moved in with my partner, I quit a job and found a new one, I got to travel to some conferences, I had the opportunity to meet and work with inspiring people. And it feels like 2018 will be both challenging and rewarding as well.

Header Image by Nathan Anderson via unsplash.

Giving to causes I care about – edition 2017

Last year, I published a short post about the causes I am giving to and I wanted to keep establish this small tradition. As I wrote last year, especially when you are not satisfied with the way things are going, you need to step up. Lots of people have done so in 2017 and I have tried to follow their lead a bit. This year, I tried to focus my donations a little more. Here’s the list of organizations that I have given to:

Internet Archive – when words and phrases are banned from government websites (I know this is not even close to news in most countries, but it does seem somewhat different when the “leaders of the free world” are doing so), when non-profits shut down from one day to the next and the documentation of their work is in jeopardy, then the work of the Internet Archive becomes even more important.

PRO ASYL works with refugees and steps in for human rights, especially related to migration.

Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. – the GFF was founded in 2015 and its work and approach are somewhat similar to that of the ACLU, at least that is what one of their more prominent supporters claims on their website.

Open Knowledge Foundation Germany – OKFN Germany has funded and supported very interesting work in the field of open, technology, learning and literacy over the year. Check out their projects, it will be interesting to see how they will move onwards over the next year.

Header Image “Bloody Moon” by Linda Xu via unsplash.

Berufliches ab 2018

Am 15.12.2017 hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Teil der Leuphana Digital School. Die letzten zwei Wochen des Jahres verbringe ich damit meinen Resturlaub zu nehmen. In verschiedenen Rollen habe ich seit 2009 an der Leuphana Universität gearbeitet, als studentische Hilfskraft, als freier Mitarbeiter, als “Leitung Projektmanagement Leuphana Digital School” (als Nachweis, dass eine derart sperrige Bezeichnung auf eine Visitenkarte in Normalgröße passt, habe ich eine aufgehoben), als Projektkoordinator und Learning Designer. Oft hat es Spaß gemacht, fast immer habe ich etwas gelernt (das war an vielen Stellen auch durchaus schmerzhaft). Wenn man von kleinen Lücken absieht, überwiegt die Gesamtdauer der Beschäftigung an der Leuphana damit auch im Vergleich zu meiner Zeit bei Daimler von 2002-2008. Damit bin ich dann vielleicht im Kontext Bildung angekommen, könnte man meinen.

Mit Beginn des neuen Jahres beginnt nun ein neuer Abschnitt, der hoffentlich ebenso prägend für mich sein wird. Ich fange bei Wikimedia Deutschland als Referent für Bildung und Wissenschaft an. Im Laufe des Sommers hatte sich diese Möglichkeit angedeutet und die Gespräche haben mich (und anscheinend auch die neuen Kolleginnen und Kollegen) davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit funktionieren kann. Einen Teil des Teams kenne ich schon etwas länger, einen anderen Teil durfte ich im Herbst kennenlernen, unter anderem bei der Wikimedia Weihnachtsfeier, die ich leider viel zu früh schon wieder verlassen musste um zu ihrer Legendenbildung beitragen zu können. Die bisherige Aufnahme bei Wikimedia war sehr nett und zuvorkommend, oft schon fast in umheimlichen Maß: derzeit bin ich – Hörerinnen und Hörer des Feierabendbier Open Education wissen das vermutlich bereits – wegen eines Radunfalls auf Gehhilfen angewiesen und als ich mit eben diesen Krücken im Wartebereich bei Wikimedia für 5 Minuten Platz nahm, war ich der Adressat zahlreicher Besserungswünsche. Ganz schön nett, insbesondere wenn man sonst eher die Kühle einer öffentlichen Verwaltung gewohnt ist.

Letztendlich kann ich im Moment auch noch nicht viel mehr sagen. Ich habe richtig Lust auf das nächste Jahr, auf den neuen Job, die damit verbundenen Aufgaben, auf die Leute und Themen, die ich dort kennenlernen werde, und auf die Zusammenarbeit mit dem Team.

Header Image by Georg Slickers, derivative work Lämpel (Own work) [CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Mainstreaming OER? Dafür braucht es weniger zentrale OER Events

Ich mag es zum OER-Festival zu gehen. Auch die OERcamps, ob in Berlin oder in Hamburg, waren beispielhaft für gute, kollegiale, oft freundschaftliche Atmosphäre bei einer Konferenz. Wir zeigen uns woran wir gerade arbeiten und überlegen gemeinsam, wie ein Projekt, eine Lehrveranstaltung oder ein Tool noch besser, hübscher, sinnvoller oder auch lehrreicher werden könnte. Diese Community braucht es, insbesondere wenn viele Einzelne in der Community in ihrer jeweiligen Heimat-Einrichtung, ihrer Schule oder Uni Einzelne sind, und nicht “mainstream”. Aber es hilft uns nicht so recht beim nächsten Schritt.

Wir haben in Berlin mal offen, mal verklausuliert, über “mainstreaming” von OER gesprochen, über “open als default” und über das Management von ‘open’. Ab und an ging es um Institutionalisierung von OER, um die Umsetzung des Action Plans von Ljubljana. Und, wenn er sicher auch an manchen Stellen nicht so recht auf den deutschsprachigen Kontext passen mag, ist der Action Plan doch der Versuch für eben dieses mainstreaming mehr oder weniger umsetzbare nächste Schritte, “Actions”, aufzuzeigen. In den fünf “Challenges” findet sich Vieles wieder, das kontrovers diskutiert werden kann. In einer “Challenge” aber verbirgt sich eine “Action”, zu der ich keine kontroverse Diskussion wahrgenommen habe.  Continue reading →

Virtually Connecting mit #OERde17?

Titelbild von Autumm Caines via Flickr unter einer CC-BY-NC 2.0 Lizenz

Die Vorzüge von Virtually Connecting habe ich in den letzten Monaten an verschiedenen Stellen in der deutschen OER Community angepriesen, gemeinsam mit Martina Emke habe ich im Vorfeld des OERcamp Nord hier in einem kurzen Beitrag beschrieben worum es dabei geht und wie das dann abläuft. Im Laufe des Camps in Hamburg hatten wir auch schon ein paar sessions in englischer Sprache, hier sind sie eingebettet. Wir wurden auch schon von Jöran zu Virtually Connecting befragt:

Im Vorfeld meiner eigenen Planung für das OER Fachforum in Berlin (wenn ich vom Fachforum spreche, meine ich im Zweifel auch das OER Festival und das OER Camp – was genau das eine vom anderen unterscheidet, hat sich mir nie so recht erschlossen) habe ich bemerkt, dass zwar viele, aber nicht alle an OER und offenen Bildungsformaten interessierten Menschen vor Ort sein werden. Wie auch: Lehrerinnen und Lehrern wird es vermutlich schwer fallen an einem Wochentag in Berlin zu sein, andere können aus persönlichen, beruflichen oder auch budgetären Gründen nicht anreisen. Hashtags, Streams, Periscope und Blogs werden vermutlich zur Dokumentation und Teilhabe beitragen.

Vielleicht wäre das OER Fachforum in Berlin nun aber auch der Anlass ein “Virtually Connecting Spinoff” in deutscher Sprache anzuzetteln?

Letztendlich wäre es denkbar einfach:

Technisch würde ich mich zunächst am Setup des ‘etablierten’ Virtually Connecting orientieren. YouTube Live funktioniert recht gut für live Unterhaltungen, deren Aufzeichnung und Einbettung auch auf mobilen Endgeräten. Vorab Anmeldung zu den Sessions geht per twitter, Kommentare in einem Blog oder auch ein Google Form (oder Alternativen), wenn es eine automatisierte(re) Lösung sein soll. Virtuell Teilnehmende müssten nur ihre Email Adressen preisgeben um eingeladen zu werden.

Wir bräuchten mindestens einen “Virtual Buddy”, er oder sie verwaltet die Anmeldungen von virtuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Vorfeld, organisiert die YouTube Live Session und ist für die Kommunikation vor den sessions das Rückgrat der Kommunikation. Er oder sie muss nicht vor Ort sein. Das ginge zwar theoretisch auch, wäre aber eher unüblich. Was genau zu tun wäre, erkläre ich im Vorfeld gern.

Wir brauchen interessierte virtuelle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich in die sessions einschalten und teilnehmen – Fragen stellen, Querbezüge herstellen, einfach nur zuhören.

Wir brauchen ein paar interessante Menschen vor Ort in Berlin, die Lust haben sich für etwa 20-30 Minuten mit mir (oder auch anderen Onsite Buddies) vor eine Webcam zu setzen, mit den anderen Menschen im Hangout zu sprechen, Einblicke in die Veranstaltung zu teilen und sich mit den virtuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu vernetzen.

Nun also die Frage: hat jemand Lust das gemeinsam mit mir auf die Beine zu stellen? Wer hätte Lust Virtual Buddy zu sein, wer wäre gern als virtuelle Teilnehmerin oder Teilnehmer dabei? Wer hätte Lust zusätzlicher Onsite Buddy zu sein? Oder täuscht mich mein Eindruck und das ist Quatsch? Für einen Kommentar hier wäre ich überaus dankbar.