Lost Wisdom – warum früher mehr Web war #rp18

tl;dr: Gemeinsam mit Markus Deimann durfte ich bei der #rp18 in Berlin sprechen. Hier nun das Video und das Manuskript meines Anteils am Gesamtwerk.

Markus hat den Talk eingeleitet und anhand einiger Beispiele das Konzept der normativen Paradoxie eingeführt. Ich glaube, dass mein Part grundsätzlich auch ohne die Lektüre von Markus’ Teil verständlich ist, empfehle aber natürlich in jedem Fall auch bei Markus nachzulesen. Hier der Link zu unserem gesamtem Talk.

Das LMS

Ich möchte nun das Bild der normativen Paradoxie nehmen und es auf das übertragen, was wir heute im Feld der Bildungstechnologien vorfinden. Und letztendlich führt der Weg von jemandem, der sich mit Bildungstechnologie beschäftigt, nicht am Learning Management System (LMS) vorbei. Das LMS ist heute nichts Neues mehr, es hat inzwischen etwa 20 Jahre hinter sich und es wurde zu einem Zeitpunkt eingeführt, als es die dahinter liegenden Technologien schon gab. Foren, Messaging, Profile oder Dateibereitstellung gab es bereits, das LMS hat all das gebündelt, mit Rechtemanagement versehen und so haben die Macher und Communities hinter dem LMS versucht, Lehren und Lernen online zu ermöglichen. Dabei war das LMS irgendwie immer nur „good enough”. Keine einzelne Funktionalität hat wirklich gut funktioniert, sah besonders gut aus oder war besonders intuitiv zu bedienen, aber es hat ausgereicht Bildungsinstitutionen und die dortigen Entscheidenden zufriedenzustellen.

Das Ziel des LMS war es also, möglichst vielen Menschen und Institutionen zu ermöglichen, dass online gelehrt und gelernt wird und das ist ja auch heute noch einer der zentralen Claims jedes LMS Providers.

Wenn man sich heute jedoch anschaut, was das LMS ist, dann lässt sich das am einfachsten in Form eines Containers oder eines Aquariums beschreiben. Man hat ein System gebaut, das nicht nur die Möglichkeiten der online Lehre bündelt, sondern man hat auch ein System gebaut, das – ganz im Sinne der Teaching Machines – Kontrolle ausübt, in dem Learning MANAGEMENT (und damit eigentlich: Teaching MANAGEMENT) betrieben wird und nicht im Sinne des ursprünglichen Claims Lernen fördert oder ermöglicht. Dies als erstes Beispiel aus der heutigen Welt der Bildungstechnologie, um das Bild der normativen Paradoxie zu verdeutlichen.

Der MOOC

Das zweite Beispiel, das ich hier einbringen möchte, ist der Massive Open Online Course, oder kurz: MOOC. Gemeint ist in diesem Talk der xMOOC, also das Modell der Massen-Distribution von Materialien an eine große Menge von Menschen, die über den Login in eine Plattform gratis zu diesen Materialien Zugang erhalten. Das (Marketing)-Versprechen der xMOOCs war es, Zugang zu Hochschulbildung im Allgemeinen zu demokratisieren, Zugänge zu schaffen wo vorher keine waren. Kurse sollten so geöffnet werden, dass sie für eine breite Öffentlichkeit („all you need is a browser on a device with Internet access”) zugänglich wurden. So wurden Kurse geschaffe, in denen sich mal „nur” 1.000 Nutzer, mal mehr als 200.000 Nutzer registriert hatten. Das Marketing-Versprechen, das bis zu einem gewissen Grad mit Sicherheit auch dem festen Glauben der Macher entsprach, war es also, Wissen aus dem Elfenbeinturm der geschlossenen Hochschulveranstaltung zu befreien und es der breiten Masse an Menschen zugänglich zu machen und zu demokratisieren. Dies sei nur vor dem Hintergrund des Konzepts der normativen Paradoxie an dieser Stelle erwähnt.

Interessant dabei ist aber auch hier, dass sich das bis zu einem gewissen Grad umgekehrt hat, dass MOOCs nicht einfach durch Öffnung – über verschiedenen Dimensionen der Öffnung zu sprechen, würde hier zu weit führen – Zugang zu Wissen demokratisieren. Das ist vermutlich keine große Überraschung für diejenigen, die sich schon vor der Verbreitung von MOOCs mit Online Zugängen zu Hochschulkursen beschäftigt haben. Die relativ ent-didaktisierte Art und Weise, in der sich ein xMOOC präsentiert – mit Videos, Multiple Choice, Foren, ohne viel Anleitung, meist ohne tutoring oder mentoring – funktioniert vor Allem für diejenigen gut, die schon relativ genau wissen, wie sie sich selbstständig Inhalte aneignen, und zwar so aneignen, dass sie auch in einer Abfragesituation in der Lage sind, diese Inhalte wiederzugeben. Das sind also diejenigen, die schon im Bildungssystem „angekommen” sind, die einen Schulabschluss oder auch einen Hochschulabschluss haben, die vielleicht derzeit ohnehin schon in einer Schule oder Hochschule angemeldet oder eingeschrieben sind. Die normative Paradoxie besteht hier also darin, dass die ursprüngliche Intention die war, Zugänge zu schaffen und zu demokratisieren, während die geschaffenen Angebote – und Ausnahmen sind hier mit Sicherheit zu finden – in erste Linie denen dienten, die bereits Zugänge hatten, wodurch eigentlich bestehende Ungleichheiten nur verstetigt und nicht aufgebrochen wurden.

Personalized Learning

Das dritte Beispiel ist eins, bei dem ich mich ein wenig kürzer fassen werde. Das liegt daran, und das haben wir auch im Verlauf der re:publica festgestellt, Begriffe noch nicht ganz trennscharf benutzt werden. Ich habe deswegen auf der Folie drei Begriffe festgehalten, die mein Beispiel am ehesten umschreiben: Artificial Intelligence (AI), Personalized Learning und Big Data. Insbesondere im Bildungskontext hängen diese Begriffe meist in irgendeiner Form zusammen und mit Personalized Learning wird meist ein Prozess beschrieben, der sich sowohl Logiken aus dem Feld Big Data als auch aus dem Feld der AI bedient. Das Versprechen personalisierten Lernens, das eigentlich trefflicher mit personalisierter Zuweisung von Inhalt und Instruktion beschrieben werden kann, ist, dass es möglich wird individuell auf einzelne Bedürfnisse und Bedarfe Rücksicht zu nehmen und so individuelle Lernpfade zu unterstützen. Es werden dafür meist viele Daten über Lernende und erhoben, diese Daten werden auf bestimmte Abhängigkeiten von Erfolgen und Misserfolgen von Lernenden überprüft und darauf basierend kann wiederum der Zugang zu Bildungsinhalten personalisiert auf bestimmte individuelle Voraussetzungen zugeschnitten werden. Das Versprechen ist es, einzelnen Menschen einen persönlich auf sie zugeschnittenen Zugang zu Inhalten zu ermöglichen. Anstatt pauschal allen zur gleichen Zeit die gleichen Inhalte und Aufgaben zuzuweisen, sollen individuelle Lernpfade kreiert werden. Klingt zunächst auch logisch und irgendwie charmant.

Die Umkehr dieser Logik ist aber auch bereits zu erkennen. Denn was sich mit diesem System der Datenerhebung und Datenanalyse ebenso erreichen lässt, zeigen bereits jetzt vereinzelte Beispiele aus US Colleges. Diejenigen, die in diesem System zu Beginn ihres Studiums als „schwach” identifiziert und gemessen werden, diejenigen, die z.B. den Mathe-Grundkurs oder andere Grundlagenfächer nicht zu Beginn mit Bravour bestehen, werden als mögliche Studien-Abbrecher identifiziert. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sie das Studium nicht in Regelstudienzeit beenden, hat sich durch ihr unterdurchschnittliches Abschneiden erhöht. Nun führt die Identifikation dieser schwachen Lernenden aber nicht immer zu einer intensiveren Förderung oder zu Angeboten mit individueller Betreuung und Hilfestellung, sondern sie führt ebenso dazu, dass diese Studierenden systematisch bereits zu Beginn ihres Studium aussortiert und zum vorzeitigen Abbruch des Studiums ermutigt werden. Dies dient dann der Reduktion von Abbruchquoten, hinter der oft auch ein wirtschaftliches Interesse steht. Oder das ursprüngliche Versprechen, den schwachen Lernenden helfen zu wollen, wird umgedreht indem behauptet wird, man können ja durch das Aussortieren der Schwachen nun den Starken besser entgegenkommen, da Ressourcen ja nun früher besser auf die überdurchschnittlichen Lernenden gerichtet werden können. Dies geschieht selten öffentlich, sondern meist in geschlossenen Sitzungen und wird uns nur durch „leaks” bekannt. Zurückkommend auf das Bild der normativen Paradoxie hier also das perfide Bild, einerseits den schwachen Lernenden besser helfen zu wollen, andererseits aber genau diesen Menschen früher den Zugang zu Bildung und Bildungseinrichtungen verwehren zu können, teils bereits vor Studienbeginn.

Reinventing Learning

An dieser Stelle möchte ich, losgelöst von dem Konzept der normativen Paradoxie, einen Appell loswerden. Wann immer jemand sagt, er oder sie wolle Lernen mit Technologie neu erfinden, müssen wir das kritisch hinterfragen. Das heißt nicht, dass ich der Meinung sei wir würden für Lernen und Lehren keine Technologien benötigen, im Gegenteil. Aber wir müssen uns mehr Gedanken dazu machen, wie, wann und mit welcher vielleicht auch zunächst verborgenen Intention Bildungstechnologie zum Einsatz kommt, welche Narrative von Bildung und Technologie dahinterstehen. Wenn jemand so etwas persönliches wie Lernen revolutionieren möchte, indem er oder sie Menschen mit einem Tool bewirft, ist da meist wenig dran.

Was wir fördern und was wir fordern

Das nächste, was bei mir persönlich hängen bleibt, hat sich auch im Verlauf der re:publica verstärkt gezeigt. In ihrer Keynote hat danah boyd verschiedene Formen von Digital Literacy angesprochen, auch Media Literacy hat sie kritisch begutachtet – auch vor dem Hintergrund, dass Methoden diese Literacies zu fördern oft voraussetzen, dass jede Information immer kritisch hinterfragt werden soll. Dies mündet dann für Manche in einem Misstrauen gegenüber jeder Art von Information, sobald man die „rote Pille” einmal eingeworfen hat.

Kurze Notiz abseits des Talks: die Keynote von danah boyd kann ich allen empfehlen, die sie noch nicht gesehen haben. Hier ist der Link. Ich möchte in dem Kontext aber auch auf die Analysen und Arbeiten hinweisen, die sich mit danah boyd’s teils etwas verkürzter Analyse von Literacies kritisch auseinandergesetzt haben, vor allem in Replik zu ihrem Talk bei der SWSW, aber auch zu einem anderen ihrer Beiträge: Benjamin Doxtdator, Maha Bali, Renee Hobbs.

Außerdem haben wir ein paar Minuten der Virtually Connecting Session mit Jim Groom auch auf die Diskussion ihrer Keynote verwendet. Auch dazu kommt hoffentlich bald noch ein Blog Beitrag an dieser Stelle.

An dieser Stelle ein kleines Experiment in Form eines kurzen Statements für die Leserinnen und Leser hier, aber auch die Menschen im Raum bei der re:publica: Bildung und Bildungssysteme sollten zum Ziel haben, Menschen dabei zu unterstützen sich souverän und mündig im Netz zu bewegen. [Im Raum erntete ich auf das Statement überwiegende, aber dann doch nur vereinzelte Zustimmung und ich schiebe das in seiner Konsequenz in großen Teilen auf die Tatsache, dass unser Talk am letzten Tag einer dreitägigen Konferenz nachmittags stattfand.]

Interessant an diesem Statement ist, dass die Dinge, über die ich gerade gesprochen habe (das LMS, MOOCs, Personalized Learning) diesen souveränen und mündigen Umgang im und mit dem Netz überhaupt nicht fördern. Hier scheint (im besten Fall) nur ein Missverständnis vorzuliegen, wenn die Dinge die wir fördern nicht denen, die wir fordern, entsprechen.

Virtualisierung und Digitalisierung

Mein Schlusspunkt in diesem Talk soll nun aber ein anderer sein: bisher haben wir über einige Beispiele gesprochen, in denen es augenscheinlich um die Digitalisierung des Bildungssystems und des Zugangs zu Bildung geht. Aus meiner Sicht handelt es sich bei diesen Beispielen aber meist um eine Virtualisierung, und nicht um Digitalisierung. Learning Management Systeme, aber auch MOOCs, verstetigen das, was uns schon aus dem Bildungssystem bekannt ist. Sie bilden das, was wir aus der „analogen Welt” kennen, in einer „digitalen Welt” ab. Damit erfinden sie es nicht neu, sie nutzen das Digitale nur als Projektionsfläche. Technologie kann hier zwar den einen oder anderen Effekt vielleicht verstärken (Lernende können womöglich in einem LMS leichter auf ihre Leistungen, ihre Verweildauer, ihre Lernkurven und Quoten hin besser überprüft werden), aber wirklich neu ist das eigentlich nicht. Auch Personalized Learning ist zunächst nur der Versuch, etwas digital, maschinisiert oder automatisiert zu tun, das im Idealfall auch eine Lehrerin, Eltern oder ein Pädagoge „analog” tun könnten: das Finden von Stärken und Schwächen mit dem Ziel, sie zu fördern oder ihnen entgegenzuwirken.

Indem wir als Gesellschaft nun die Dinge, Logiken und Prozesse, die wir bisher genutzt haben, durch Investitionen verstetigen, manifestieren wir damit auch den jetzigen Stand des Bildungssystems, einhergehend mit einer womöglichen Verstärkung seiner Effekte durch Technologie. Digitalisierung eines Bildungssystems würde etwas anderes bedeuten. Wenn wir digitalisieren würden, würden wir neu über Kräfte- und Machtverhältnisse in der Gesellschaft nachdenken, wir würden neu über Arbeit, Meinungsbildung, Kollaboration und Kommunikation, wahr und falsch, auf gesellschaftlicher Ebene nachdenken und wir würden auch darüber nachdenken wie ein Bildungssystem auf Basis dieser neuer Gegebenheiten und Möglichkeiten aussehen müsste. Das wäre Digitalisierung im Gegensatz zu der Virtualisierung, die wir in großen Teilen bisher betrieben haben.

Bilder in Teilen via unsplash.com

Digitalisierung und Hochschule: eine Hassliebe

tl;dr: Ich wurde vom Alumni- und Förderverein der Leuphana eingeladen am 17.07. in Hamburg einen kurzen Impulsvortrag zum Themenfeld Digitalisierung und Hochschule zu halten um einen kurzen Überblick über Digitalisierung & Hochschule, insbesondere mit Bezug auf Lehren und Lernen, zu geben.

Nach einigem inneren Hin und Her habe ich mich entschieden, nicht einen schnellen Überblick über bestimmte technologische Ansätze, einzelne Hochschulstrategien oder sogenannte Leuchtturm-Projekte zu geben. Vieles davon lässt sich ohne mein Zutun prima finden, durch clevere Internet-Suche oder durch den Besuch der Websites des Hochschulforum Digitalisierung, der OER Infostelle, von Wikimedia Deutschland, der Open Knowledge Foundation oder aber den Blogs derjenigen, die dort in irgendeiner Kapazität beteiligt sind.

Interessanter – gerade für ein Publikum, das sich nicht täglich mit digitalen Medien in der Lehre befasst –  ist für mich das Bild, das von digitalem Wandel an der Hochschule gezeichnet wird. Disruption, Unabwendbarkeit, Existenzbedrohung, Rückwärtigkeit einerseits; Primat der Präsenzlehre, Tradition der Hochschule, Evolution anstatt von Revolution, Gefahren von digitalen Medien insbesondere für junge Menschen, Schüler und Studierende andererseits. So wenig erkenntnisreich diese Narrative sind, so sehr ist man ihnen ausgesetzt wenn man sich als “Newbie” mit Digitalisierung und Hochschullehre beschäftigt oder nur ab und zu ein Interview in der Wochenendausgabe einer überregionalen Zeitung liest. Man fühlt sich schon fast zur Positionierung gezwungen zwischen Techno-Solutionismus und dem Abgesang auf die Hochschule einerseits und dem ständigen Beschwören von Gefahren des Neuen, dem unreflektierten Lob des “Altbewährten” und dem vermeintlich Analogen andererseits.

Analog vs. Digital

Der künstlich heraufbeschworene Gegensatz zwischen ‘analog’ einerseits und ‘digital’ andererseits ist ein wunderbares Beispiel unreflektierter Diskussionskultur – als läge darin irgendeine Art von Erkenntnisgewinn. Rein analoge Lehre und analoge Inhaltsvermittlung mag es in der Theorie geben (jemand kauft ein Buch aus der Zeit nicht-digitaler Buchherstellung im second-hand Buchhandel oder Antiquariat), aber das hat nichts mit Lehre oder Lernen an einer Hochschule zu tun. Ebenso wenig gibt es rein digitales Lernen, wenn es auch rein digitale Verteilung von Inhalten gibt. Um ‘analog’- und ‘digital’-Verfechter zu besänftigen, wurde der Begriff “blended learning” etabliert, ein Kompromiss, der nichts anderes tut als den Alltag zu beschreiben: die Verflechtung von digitalen Methoden (oft, zum Glück aber nicht immer, verstanden als ‘home learning’ oder ‘distance learning’) und analogen Methoden (meist die Präsenz-Phase) des Lernens.

Der Inverted oder Flipped Classroom ist eine Ausprägung hiervon. So sinnvoll dieses Modell der Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden sein mag, wenn es denn ‘richtig’ umgesetzt wird, so unsinnig ist es das als Revolution zu vermarkten. Sich jenseits des Seminars Wissen anzueignen und es vor Ort mit Lernenden und Lehrenden zu diskutieren, zu vertiefen, zu übertragen und weiter zu bearbeiten, ist kein neues Modell. Es ist eher antik. Dennoch schaffen es einige oft namhafte Institutionen und Personen dieses Modell auch in 2017 noch als neu zu vermarkten:

Hinzu kommt, dass in Fragen von analog vs digital stets mitschwingt, das eine sei pauschal besser als das andere. Wortgefechte gipfeln hin und wieder in Schreckens-Szenarien. Wer digitale Methoden nutzt, setzt Lernende Gefahren aus (digitale Abhängigkeit, Verdummung, Hass, Ausbeutung von Daten durch internationale Groß-Konzerne) und wer analoge Methoden in der Lehre einsetzt, ist rückständig, hat sein Berufsbild nicht verstanden, Digitalisierung schon überhaupt nicht. Beide Argumentationslinien führen höchstens zu einer Verhärtung von Fronten, zu finger-pointing.

Besser wäre es, gemeinsam mit Lehrenden und Lernenden etwaige Risiken (Sicherheit und Datenschutz sind hier sicher zu nennen) zu besprechen – ich würde immer den Standpunkt vertreten, dass im Bildungsbereich fahrlässig gehandelt wird, wenn das nicht geschieht. Gerade wenn es um digitale Methoden des Lehrens geht, sind wir von dem was die Körber Stiftung als Digitale Mündigkeit bezeichnet, noch sehr weit entfernt.

Der Einsatz sowohl von ‘analog’ als auch von ‘digital’ ist abhängig von Kontext und sollte bewusst entschieden werden – gemeinsam mit den Studis, die es letztendlich betrifft. Das eigentlich spannende sind dann die sich ändernden Verhältnisse der Lernenden zu dem jeweiligen Lernformat, der wahrgenommene Einfluss auf die Gestaltung, agency und ownership.  Continue reading →